Kommunikation verbessern!

Vor Kurzem war ich auf einer Fortbildung zum Thema “Gewaltfreie Kommunikation” nach Rosenberg.

Wer sich für soziale Prozesse und für eine friedliche Form der Konfliktregulierung interessiert, stößt früher oder später auf die “gewaltfreie Kommunikation”.

Mich hat beeindruckt, dass es eine Sprache gibt, die Menschen zu sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen und Gefühlen führt und die eine Möglichkeit bietet, diese wertschätzend zu kommunizieren.

Während der Fortbildung kam mir dieser Gedanke: Die Art, wie mir miteinander sprechen, bestimmt auch die Art, wie wir musikalisch miteinander umgehen und wie wir musikalisches Erleben in Gruppen fördern oder auch blockieren können.

Oft wird “bewertet”, ob etwas “richtig” oder “falsch” gespielt wurde, es wird analysiert, interpretiert, beurteilt. Das kennt Jede/r: Wer bewertet, beurteilt oder kritisiert wird, fühlt sich schlecht und verschließt sich.

Ist die Athmosphäre offen, wohlwollend und einladend, kann ein kreativer Raum entstehen, in dem wir uns ausprobieren können.

Wie können wir Anregungen geben, ohne zu bewerten?

Die “gewaltfreie Kommunikation” unterscheidet zwischen “Beobachtungen” und “Bewertungen“.

Bei einer Beobachtung wird die Situation so beschrieben, als wenn sie ein neutraler Beobachter von außen gesehen hätte.

Bei einer Bewertung fließt die eigene Interpretation mit hinein.

Ein Beispiel:

Eine Beobachtung ist: “Der Nachbar hat letzte Woche sein Auto auf dem Hof gewaschen”. Eine Bewertung oder Interpretation der Situation ist: “Immer wäscht der Nachbar sein Auto auf dem Hof. Ihm ist es egal, dass der ganze Dreck zu uns rüber fließt.”

Ein weiteres Beispiel:

Ich habe etwas auf dem Klavier herumgespielt und mir ist eine kleine Melodie eingefallen. Die habe ich aufgenommen und einer Freundin vorgespielt. Sie teilt mir ihre Eindrücke und vermischt diese gleichzeitig mit einer Bewertung:

“Die Melodie ist ganz schön, aber sie ist so ähnlich wie die von letztens. Das ist langweilig.”

Eine andere Freundin teilt mir ihre Eindrücke auch mit und beschreibt mir ihre Beobachtung. Diese Beobachtung trennt sie gleichzeitig von ihren eigenen Empfindungen/Erinnerungen:

“Die Melodie gefällt mir. Und sie erinnert mich an die die Melodie von letztens. Wenn ich das Stück höre, fällt mir auf, dass sich die Tonfolge wiederholt.”

Die erste Freundin hat ihre Beobachtung mit einer Bewertung vermischt (“schön”, “ist langweilig”)- Die andere Freundin hat beschrieben, was sie hört, und das ohne eine Bewertung. Sie teilt getrennt davon ihr persönliches Empfinden mit (“gefällt mir”) und noch eine eigene persönliche Erinnerung mit (“es erinnert mich an letztens”).

Es sind kleine Unterschiede in der Sprache, die aber viel ausmachen.

Gerade Kinder sind noch unbefangen auf ihren Instrumenten. Sie kennen musikalische Elemente “offiziell” noch nicht, sondern merken intuitiv, ob Klänge zusammen passen oder nicht und äußern, ob ein Klang ihnen gefällt oder nicht gefällt.

Kinder auf ihrer musikalischen Entdeckungsreise zu begleiten, heisst, ihnen einen offenen Raum zu bieten, in dem sie wertschätzend und frei von Bewertung begleitet werden.

 

Wie wärs mit einer kleinen Challenge?

Ich nehme mir jedenfalls vor, die nächste Woche auf Folgendes zu achten:

Nicht zu kritisieren, zu interpretieren oder zu analysieren, sondern Beobachtungen möglichst neutral und ohne Bewertungen mitzuteilen.

Klingt nach einer Herausforderung! Ich bin gespannt, ob mir das gelingt 🙂

Beobachtungen und Bewertungen voneinander zu unterscheiden ist natürlich nur ein kleiner Teil der “gewaltfreien Kommunikation”. In der Fortbildung ging es noch um viele andere Schritte und Übungen und ich bin ganz begeistert und voller Ideen nach Hause gefahren.

Jetzt aber erstmal die “bewertungsfrei-” Challenge! Machst du mit?

 

Eine weiterführende Lektüre zur “gewaltfreien Kommunikation” gibt es hier (link zu Amazon)*:

*

 

 

https://www.ideenwerkstatt-musikpaedagogik.de

 

 

 

 

 

 

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Ein Kommentar

  1. Ja, schon die kleinen werden ständig “bewertet”. Ich erlebe es bei uns im Kindergarten schon, dass da bereits Druck aufgebaut wird, wer etwas besser kann und in richtig und falsch kategorisiert wird. Daaanke für die Inspiration!

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